Memorabilium

Das Museum für das, was wichtig war.

Bild, wie es werden könnte

Das Bild darf frei verwendet werden (hier mehrere hochauflösende Varianten).
Danke an Matthias Scheidig, der gern auch von Ihren Ideen solche Bilder macht. Mehr...

Memorabilium ist ein Museum, in dem man eine Fläche langfristig, über den Tod hinaus, pachtet. Genauso wie ein Grab, aber viel persönlicher. Angehörige können Erinnerungsstücke an Verstorbene ausstellen, und engagierte Zeitgenossen
mieten noch zu Lebzeiten Flächen, um ein Thema, das ihnen wichtig ist, auch nach dem Tod zu präsentieren.

Im Memorabilium werden zahlreiche Leute das propagieren, was ihnen auch nach ihrem Tod wichtig ist. Es gibt unzählige Leute, die sich in Bürgerinitiativen engagieren, Bücher schreiben, intensiv Hobbies nachgehen,... , und das Memorabilium ist die Möglichkeit, seine Themen ("die Bedeutung des Segeroths für den Rest der Stadt Essen" / "die Geschichte von Rot-Weiss-Essen aus der Sicht eines lebenslangen Fans" / ...) auch über den Tod hinaus zu präsentieren. Und das im Kreativviertel um die Kreuzeskirche in Essen, wo rundherum junge Leute, Künstler, Gründer, ihren aktuellen Themen nachgehen.

Kreuzeskirche und Umgebung

Das Memorabilium (im Bild ganz rechts und NOCH dunkel und ungastlich) könnte gläsern, luftig und öffentlich zugänglich in einem entkernten und durchgängigen EG der ehem. Altstadt-Buchhandlung gestaltet werden. Durch das Memorabilium hindurch käme man in die dahinterliegende Grünfläche, in der ebenfalls Vitrinen, Skulpturen und Objekte mit Andenken und Wichtigem ausgestellt werden könnten. Auch andere Gestaltungen sind möglich. Aber diese Kombination der drei Gebäude "Kirche, Restaurant, Museum" an diesem Ort wäre einzigartig. Die für das Viertel prägende Wirkung der Kreuzeskirche würde sehr deutlich betont.

Im Gegensatz zu allen mir bekannten Kreativvierteln würden wir eben nicht nur die hippen jungen Kreativen anziehen, sondern auch die Älteren, die von gleichem Korn sind. Im Memorabilium wird gezeigt, was älteren oder inzwischen gestorbenen Menschen wichtig ist/war. Das wäre eine wunderbare Ergänzung zu dem Kreativviertel und würde dieses von allen (mir bekannten) Kreativvierteln unterscheiden. So breit und generationsverbindend ist keines aufgestellt. Wer weiss, was man da für Verbindungen, Parallelen entdeckt?

Dies würde nicht nur eine Touristenattraktion, sondern ist auch identitätsstiftend für die Nachbarschaft. Nach ein paar Jahren haben ganz viele Menschen eine tiefe Beziehung zu diesem Ort, und einen Grund, immer wieder dorthin zu gehen. Denn dort ist das, was Opa 'mal sehr wichtig war, und das man im Verwandschaftskreis immer wieder besucht.

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In der Innenstadt von Essen (Ruhr) soll das vielleicht erste Museum geschaffen werden, in dem Angehörige Vitrinen und Ausstellungsflächen mieten können, um Erinnerungsstücke an Verstorbene auszustellen. Zu den Öffnungszeiten kann jeder gegen ein geringes Eintrittsgeld dort in die Vergangenheit ganz normaler Essener eintauchen. Mieter kommen natürlich kostenlos hinein. Und Trauerfeiern haben an diesem Ort die richtige Atmosphäre. Eröffnung vielleicht schon in 2013.

Kreuzeskirche-Konzept auf einer größeren Karte anzeigen

Wie immer, ist auch dies ein offenes Projekt, bei dem wir uns sehr über jede(n) freuen, der mitdenkt, Kritik übt, Ideen einbringt, oder einfach nur interessiert ist.

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Die Idee, dass man dort zu Lebzeiten auch ein Thema einbringen kann, wäre dann ja eine zweite "Abteilung" - wenn man etwas der Nachwelt gezielt hinterlassen will. Aber warum nicht. Das wird sicherlich sehr gut angenommen. Ich fände es aber schade, wenn der Erinnerungsort der Hinterbliebenen dabei verloren geht. Einmal geht die Initiative von dem Verstorbenen aus und einmal von den Hinterbliebenen, es geht dabei also logischerweise um unterschiedliche Bedürfnisse.

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Vielleicht möchte manche(r) auch Gegenstände von Verstorbenen verschenken oder verkaufen, wenn sichergestellt ist, dass sie in gute Hände kommen? Auch das könnte durch entsprechende Hinweise an den Ausstellungsstücken möglich sein.

Es können Unterausstellungen gemacht werden, eine davon könnte sein "Museum der Schwierigkeiten" - diese passt gut zur City-Nord. Es ist eher kontraproduktiv, wenn von berühmten Leute immer nur die Erfolge, nicht aber der schwierige Weg dorthin bekannt ist. Das hält viele ab, denn von sich selbst sehen die Leute nur den schwierigen Weg, doch von den "großen Vorbildern" (so jemand sie will) ist nur der Erfolg im Kopf. Es ist ein uralter Gedanke von mir, mehr zu dem Gedanken hier...

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http://savethesounds.info/ Es müssen ja nicht nur Geräusche obsoleter technischer Instrumente sein - wie wärs mit Geräuschen aus der Kohle- und Stahlindustrie, mit qietschenden Straßenbahnschienen, mit alten Ansagen auf Bahnsteigen ... ? Im Ruhrgebiet gibt's so eine Sammlung z.B. hier...

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Ich weiß nur nicht, inwieweit sich der Museums- oder Besuchergedanke mit der Idee eines echten Trauer- oder Erinnerungsorts vereinbaren lässt. Ich würde es eher ein wenig diskreter anlegen. Also ähnlich wie ein Friedhof: zugänglich für jeden, aber ohne Eintritt. Und vielleicht mit einer Ecke bzw. Abteilung, die in gewisser Weise Mehrwert schafft. Z.B. Räume für Erinnerungsworkshops, Trauerarbeit, Firmen, die innovative Dienstleistungen in dem Bereich anbieten. Die Informationsstelle Nr. 1 für Erinnerungsarbeit. Ort für Trauerfeiern, Cafeteria, Shop mit Büchern und Materialien zur Ahnenforschung, zum Biografieschreiben etc. Ich persönlich würde private Gegenstände z.B. meiner Eltern eher in einem solchen ernsthaften Rahmen ausstellen als in einer Einrichtung, die Geld für Besichtigungen nimmt und somit den Anschein eines Kurisitätenkabinetts erweckt. Prinzipiell müsste es den Kunden auch freigestellt werden, ob sie überhaupt eine öffentliche Vitrine mieten wollen oder doch eher eine Art geschlossene Stele oder ein irgendwie gestaltetes Schließfach. Vielleicht gibt es auch einen speziellen Raum, in den die Box gebracht und wo sie geöffnet wird?

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Ulrich Munkert schrieb: "In Deutschland ist es ja verboten eine Urne im Haus bzw. einem anderen Ort aufzubewahren (nur Friedhof), was aber geht ist einen Anhänger / kleine Dose mit einem kleinen Anteil Asche des verstorbenen zu befüllen" Und: Man sollte mit einem Beerdigungsinstitut kooperieren!

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Trauer und Erinnerung muss nicht grundsätzlich unangenehm sein, bedrückte Stimmung bedeuten, Totenstille, ... Das ist eine kulturelle Engführung aus meiner Sicht, die häufig hinderlich ist. Jeder soll/muss seinen Weg der Erinnerung und Trauer finden, die ihm gerade gut tut. Dabei können tradierte Formen nützlich sein, aber auch genau das Gegenteil. Das Memorabilium kann nicht alle Formen abdecken.

Das Memorabilium sollte eine Ergänzung sein zu Friedhöfen etc. und nicht ein Substitut. Wer sich als Nutzer einbringt, will, dass die Leute es sehen, was er einbringt, also wird es immer ein wenig wie ein Museum sein - ob man das nun so nennt oder nicht.

Ich finde, dass die ausgestellten Stücke mit einer Biographie verknüpft werden sollte. Beispiel: Zu Jupps Taubenschlag gibt es noch ein Video, wo er mit den Tauben zu sehen ist, zu Heinz Angel gibt es noch eine Audio-Erinnerung der Tochter. Das Memorabilium erzählt dann Geschichten (Biografien) und der Besucher kann Anteil nehmen.

Wenn ich das nur für mich haben will, kann ich die Sachen auch zu Hause verwahren oder so. Ich wüsste nicht, was es mit bringt, wenn ich - um Opas Hut zu sehen - extra nach Essen in die City müsste, womöglich zu bestimmten Zeiten, dafür noch "Lagerkosten" tragen müsste und ich eh der Einzige wäre, der davon was hat.

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Videos und Audioaufnahmen an Exponaten. Vielleicht auch per NFC abrufbare Infos...
Es gibt einen schweizer Künstler, der eine Ausstellungsprojekt geschaffen hat
zum Thema Erinnerung an die Großeltern:
http://www.erinnerungsbuero.net/meine-grosseltern/
Der arbeitet da auch mit IPods und aufgezeichneten Gesprächen, so wie ich das
auch für sinnvoll erachte.

Inzwischen gibt es Angebote, die das Smartphone zu einen ortssensiven multimedialen Museumführer machen, d. h.: Je nachdem wo der Besucher steht, bekommt er eine Auswahl an Infos angezeigt, die gerade passend sind und muss kein Mobiltelefon irgendwo hinhalten, etwas einscannen etc.

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Auch hier Aktivitäten, nicht das was wir wollen, aber interessant:
Interessanter Überblick aus der FAZ...
www.fotos-der-erinnerung.de

Museum für Sepulkralkultur (Kassel)
Bestattungsmuseum (Wien) dazu auch ein MDR-Bericht...

http://www.puetz-roth.de/Fritz-Roth.aspx
http://www.puetz-roth.de/Das-Haus-der-menschlichen-Begleitung.aspx
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1317623401282.shtml

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Bericht über die Veränderung der Trauerkultur...

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in Cornwall gibt's Gedächtsnisbänke, die an Verblichene Erinnern (Susanne fragen)

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http://www.wz-newsline.de/home/politik/nrw/unfallkreuze-trauern-am-strassenrand-1.461468
-> Die Menschen suchen Orte der persönlichen Erinnerung, die sie mit
persönlichen Dingen gestalten (auch auf Friedhöfen ist das - denke ich sichtbar
-). --> Das Memorabilium passt zur sich verändernden Trauer-Kultur  
-> Die Autorin kann man z. B. mal zu  einem Vortrag etc. einladen, wenn das
Memorabilium eröffnet ist. 

Die Kulturpädagoginnen Birgit Mattern und Manuela Wenz haben 2011 in Dortmund eine temporäre Ausstellung Erinnerungen einmachen! organisiert, bei der Erinnerungen an eine verstorbene Person in einem Einmachglas untergebracht wurden.

Das Interesse an Biographien insgesamt wächst, insbesondere auch das Interesse an den Biographien unbekannter Menschen, wie die NZZ berichtet. Das in dem Artikel erwähnte Museum für Lebensgeschichten in Speicher (Schweiz) widmet jedes Jahr eine Ausstellung der Biographie eier Person aus der Region.

Essen-Nord, Senioren-Ausstellung

Memorabilium auch als Andenkenort, wenn es keinen Friedhof gibt, Seebestattung, Verschollene




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